Beipiele für Projekte die von Benevolentia e.V. durchgeführt wurden:

Unterstützung bei der Fortführung einer ambulanten Psychoanalyse aufgrund einer Berufsunfähigkeit

  • In der Adoleszenz wurde bei Charlotte Schneider (Name vom Verein geändert) (* 1969) zum ersten Mal eine schwere Depression diagnostiziert. Obwohl in den folgenden Jahren weitere depressive Phasen folgten, schaffte Sie es, ihre Berufsausbildung zu beenden, holte anschließend ihr Abitur nach, studierte, promovierte und arbeitete erfolgreich. Doch Ihr Ehrgeiz sowie die Neigung zu chronischer Selbstüberforderung führten zu einem immer höheren Arbeitspensum und einer zunehmenden Spannung zwischen beruflichen Hochleistungen und der Unfähigkeit zur ausgewogenen Lebensgestaltung. Sie litt unter Schlafstörungen, Erschöpfungszuständen und depressiven Verstimmungen. Schließlich kam es zu einem schweren Zusammenbruch und Frau Schneider wurde mit Verdacht auf Herzinfarkt in eine Klinik eingeliefert.


  • Bei der diagnostischen Abklärung fand sich jedoch keine physiologische Erklärung für die heftigen Symptome, so dass Frau Schneider schließlich mit der Diagnose schwere Depression (Burnout) in eine psychiatrische Klinik verlegt wurde. Aufgrund der Schwere und Länge der Erkrankung musste Frau Schneider nicht nur ihre berufliche Tätigkeit aufgeben, sondern schließlich auch die Berentung aufgrund von Berufsunfähigkeit akzeptieren, was eine erhebliche Selbstwertkrise hervorrief, wodurch sich Depression und Suizidalität noch verstärkten. Erst mit Beginn einer ambulanten psychoanalytischen Behandlung besserte sich ihr Zustand und sie stabilisierte sich langsam und kontinuierlich. Trotz des eindeutigen Therapieerfolges, der dazu führte, dass Frau Schneider ihren Alltag wieder bewältigen und schließlich auch die Psychopharmaka absetzen konnte, werden die Kosten der Therapie, deren Fortsetzung dringend indiziert ist, um den bisherigen Erfolg zu sichern und Frau Schneider die Wiedererlangung ihrer psychischen Stabilität und – zumindest teilweise – ihrer beruflichen Fähigkeiten zu ermöglichen, im Moment nicht mehr von der Krankenkasse übernommen.

 

  • Da Frau Schneider aber aufgrund ihrer Berentung nur über ein monatliches Einkommen von 777,14 Euro verfügt, ist Sie nicht in der Lage, für die Therapiekosten selbst aufzukommen. Um ihr die Fortführung ihrer Psychoanalyse und damit die Chance auf weitere Stabilisierung und Besserung zu ermöglichen, unterstützt „Benevolentia“ sie daher zweckgebunden durch die Kostenübernahme von zwanzig Therapiestunden.

Unterstützung bei einem beruflichen Neuanfang aufgrund einer Berufsunfähigkeit

  • Im Teenageralter wurde bei Paul Lennard[1] (* 1969) Mukoviszidose diagnostiziert – eine bisher unheilbare, genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung, bei der es in den betroffenen Organen (Leber, Bauchspeicheldrüse, Lunge) zu schweren Funktionsstörungen unterschiedlicher Art kommt. Lebenslimitierend ist ein fortschreitender Funktionsverlust der Lunge, bedingt durch chronische Infektionen.  

  • Trotz erheblicher gesundheitlicher Einschränkungen schloss er das Studium der Humanmedizin ab; die anschließende Facharztausbildung konnte er jedoch nicht mehr antreten. Nach dem Studium arbeitete er als Arzt 3 Jahre in einer Klinik auf Amrum. Während dieser Zeit erfolgte aufgrund des fortschreitenden Krankheitsverlaufs im Jahre 2000 die Berentung. Dies bedeutet seither ein monatliches Einkommen von 762,24 Euro, abzüglich 158,- Euro für die Krankenversicherung. Bis 2008 konnte er im Verwaltungsbereich der Klinik noch einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen. Bei weiterer Verschlechterung des Krankheitsbildes wird eine Lungentransplantation erforderlich.

  • Frau Clara Lennard1(* 1969) legte 1992 ihr Examen zur Kinderkrankenschwester an der Uniklinik Düsseldorf ab. Seither war sie durchgehend engagiert in diesem Beruf tätig. Mit ihrem Mann zog sie 2008 von Amrum nach Hannover, um sich dort beruflich weiterzuentwickeln. In der Osternacht 2009 dann das einschneidende Erlebnis: Während ihres Nachtdienstes in einer Geburtsklinik verstarb ein Neugeborenes, das sie zuvor mit Hilfe des hinzugezogenen Kinderarztes 45 Minuten zu reanimieren versuchte, unter ihren Händen. Frau Lennard entwickelte daraufhin eine posttraumatische Belastungsstörung mit Depression und Angststörung, so dass sie seit Juli 2009 krankgeschrieben ist und sich seither in psychotherapeutischer Behandlung befindet. Die Zahlung des Krankengeldes läuft am 23.12.2010 aus. Die Berufsgenossenschaft lehnte nach 1-jähriger Bearbeitung die weitere Zuständigkeit ab.

  • Frau Lennards Ärzte und Therapeuten raten von einer Fortsetzung des Berufslebens im Bereich der Kinderkrankenpflege dringend ab. Das Paar sieht sich vor diesem Hintergrund ab Januar 2011 mit einem extremen finanziellen Engpass konfrontiert, da außer der Rentenzahlung dann nur noch das Arbeitslosengeld zur Verfügung steht. Da das Paar diesen Zustand möglichst schnell ändern möchte, versucht Frau Lennard irgendeine Halbtagesstelle zu bekommen, die ihr gesundheitlicher Zustand erlaubt. Die Verwirklichung einer beruflichen Neuorientierung in einem Bereich, der ihr neue Perspektiven und dem Paar wieder eine finanzielle Eigenständigkeit ermöglicht, ist somit in weite Ferne gerückt.

Motiviert durch die Ergebnisse in einem kürzlich besuchten Berufsfindungsseminar in Hamburg ist der große Wunsch der Ehefrau, eine Weiterbildung zur Psychoanalytischen Kunsttherapeutin am IPK[2] in Hannover zu absolvieren, entstanden. Das Paar kann sich jedoch die Kosten von 12.000,- EUR über 4 Jahre nicht leisten. Eine staatliche Zuwendung wird für diese Weiterbildung nicht gewährt. Deshalb will der Verein Benevolentia das Ehepaar bei den Kosten für die Weiterbildung zweckgebunden unterstützen, um somit  einen Neuanfang zu ermöglichen.



1 Name vom Verein geändert

2 Institut für Psychoanalytische Kunsttherapie

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